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Wer riecht denn da so streng?

Aktualisiert: 4. Juni 2023



Der Stinkende Storchnabel hat seinen Namen nicht von ungefähr, denn er verströmt bei Berührung einen wirklich ungewöhnlichen, ziemlich strengen Geruch.

So soll er Linne, den berühmten schwedischen Botaniker und Begründer der zweiteiligen Nomenklatur für Pflanzen, dazu inspiriert haben, die Pflanze nach einem schlecht riechenden Bekannten namens Robert zu benennen.


Früher empfand ich den Geruch des Stinkenden Storchschnabels als unangenehm. Inzwischen mag ich den Geruch und kann mich für den natürlichen Charme dieser Wildpflanze begeistern. Der eher abwertende Name wird ihr überhaupt nicht gerecht. Germanium robertianum - so hat Linne sie getauft - ist eine filigrane Erscheinung mit ausgesprochen zarten und feingliedrigen Blättern. Botanisch werden sie als handförmig und fiederteilig oder -schnittig beschrieben. Mit ihren zartgrünen Blättern und den rosa bis pinkfarbenen Blüten verschönert Geranium robertianum oft eher feucht und dunkle Nischen. Er wächst gerne an schattigen Mauern, Wald- und Heckenrändern mit stickstoffreichem Untergrund.


Der Stinkende Storchschnabel gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Er ist essbar, wird aber - wohl aus Geruchsgründen - kaum zu diesem Zweck verwendet. Als essbare Dekoration für Salate und andere Gerichte eignet sich die Blüten des Geranium robertianum jedoch hervorragend.


Viele Quellen weisen auf ihre traditionelle Bedeutung in der Volksmedizin hin. Sie ist reich an Gerb- und Bitterstoffen, die entzündungshemmend und adstringierend wirken.


Ich war sehr erstaunt herauszufinden, dass der Stinkende Storchschnabel seine Blätter mit Hilfe von Blattgelenken optimal zum Licht ausrichten und seine Blattstiele absenken kann, um z.B. an anderen Pflanzen Halt zu finden. Diese Aktivität und auch das behaarte Aussehen der Stängel selbst kommt mir fast tierisch-insektenhaft vor...




Faszinierend, dieser Stinkende Storchschnabel, nicht wahr?










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